Das Leben in der Schweiz bringt eine einzigartige kulinarische Welt mit sich. Wir räumen mit den hartnäckigsten Missverständnissen über die Schweizer Küche auf.

Obwohl die Schweiz kulinarisch oft im Schatten von Frankreich oder Italien steht, hat sie eine ganz eigene Identität. Dennoch halten sich einige Mythen hartnäckig.

1. Der Begriff 'Schweizer Käse': Es gibt keinen einzelnen 'Schweizer Käse'. Was international als solcher bezeichnet wird, ist meist Emmentaler. Wer in der Schweiz einfach nach 'Swiss cheese' fragt, wird oft nur fragende Blicke ernten.

2. Cenovis: Wer glaubt, Schweizer Essen sei langweilig, kennt Cenovis nicht. Der 1931 im Kanton Aargau erfundene Brotaufstrich auf Hefebasis ist extrem salzig. Seit 1955 gehört er sogar zur Verpflegung der Schweizer Armee.

3. Qualität 'Made in Switzerland': Viele glauben, dass lokale Produkte grundsätzlich besser seien als Importe. Wissenschaftlich belegt ist dies jedoch nicht; es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

4. 'Swiss Miss' ist nicht schweizerisch: Die amerikanische Marke 'Swiss Miss' hat nichts mit der Schweiz zu tun. Sie wurde in den 1950er Jahren von einem sizilianischen Einwanderer in den USA entwickelt und ist in der Schweiz kaum bekannt.

5. Schweizer Erfindungen: Die Schweiz hat kulinarisch viel beigetragen: vom Birchermüsli (1900 von Dr. Maximilian Bircher-Benner erfunden) über Instantkaffee und Aromat bis hin zum Molke-Getränk Rivella.

6. Irreführende Namen: Der Name 'Cholera' klingt abschreckend, bezeichnet aber eine herzhafte Schweizer Gemüsekuchen-Spezialität, die während der Cholera-Epidemie im 19. Jahrhundert entstand.